Junge Menschen verdienen mehr Sicherheit

Stadtentwicklung11. Februar 2020

Waffenverbotszone zeigt bisher keine Wirkung bei der Beurteilung der Sicherheit durch junge Menschen in Wiesbaden – entschlossene und unideologische Maßnahmen notwendig.

Mit Besorgnis reagieren die Freien Demokraten auf die Ergebnisse der Umfrage des Präventionsrats der Landeshauptstadt Wiesbaden zum subjektiven Sicherheitsgefühl junger Menschen, über die der Wiesbadener Kurier kürzlich berichtete.

„Mehr als ein Drittel der Jugendlichen und jungen Erwachsenen fühlt sich an öffentlichen Orten nicht sicher. Das darf uns als Stadtpolitik nicht kaltlassen. Das Ziel muss sein, dass alle Wiesbadenerinnen und Wiesbadener ohne Angst in den Bus steigen, durch die Parks spazieren und die Innenstadt besuchen können, insbesondere in den Abendstunden“, fordert Lucas Schwalbach, stellvertretender Vorsitzender der Rathausfraktion.
Seit der Jugendstudie von 2017, in der bereits festgestellt wurde, dass sich insbesondere Mädchen und junge Frauen abends und nachts in der Stadt nicht sicher fühlen, sind keine Fortschritte zu erkennen.

Die „Waffenverbotszone“ als sicherheitspolitisches Prestigeprojekt von CDU und SPD hat offenbar nicht zu einer Verbesserung des Sicherheitsgefühls geführt: In der Umfrage des Präventionsrats gaben rund die Hälfte der Befragten an, sich heute weniger sicher zu fühlen als noch vor fünf Jahren, 45 Prozent verspürten keinen Unterschied. Dabei war die Waffenverbotszone zum Zeitpunkt der Erhebung bereits seit mehr als einem halben Jahr in Kraft.

Für die Freien Demokraten fordert Schwalbach zu entschlossenen und unideologisch Schritten auf: „Die Bilanz von Law-and-Order fällt mager aus. Im Umgang mit Alkoholismus, Obdachlosigkeit und Gewalt sind stattdessen stadtplanerische und soziale Maßnahmen gefragt. Diese sollten pragmatisch und evidenzbasiert sein. Wir denken dabei an Konzepte wie „Housing First“, gezielte Beleuchtung der Laufwege und Bushaltestellen sowie eine abgestimmtes Bestreifen von Stadt- und Landespolizei in den Abend- und Nachtstunden. Insbesondere die Vorschläge aus den Ortsbeiräten zur Verbesserung der Beleuchtung können zu einer Verbesserung der gefühlten Sicherheit führen“, so Schwalbach abschließend.