Grünes Licht fürs Ostfeld

StadtentwicklungWohnungsmarkt29. Mai 2020

In einer digitalen Videokonferenz haben sich die Mitglieder der Rathausfraktion und des Kreisverbandes der Freien Demokraten am gestrigen Abend über die Fragestellung, ob Wiesbaden einen neuen Stadtteil braucht und zur geplanten Bebauung des Ostfeldes diskutiert. Im Anschluss war man einstimmig für die geplante „städtebauliche Entwicklungsmaßnahme“ und werde diese auch weiter befürworten. Der Kreis- und Fraktionsvorsitzende der Wiesbadener FDP, Christian Diers, erklärt hierzu:

 

„Ich freue mich, dass wir nach einer langen und kritischen Diskussion gemeinsam zum Schluss gekommen sind, dass die Vorteile einer Ostfeldbebauung überwiegen. Daher werden wir der Satzung über die städtebauliche Entwicklungsmaßnahme in der Stadtverordnetenversammlung zustimmen. Wiesbaden braucht dringend zusätzliche Flächen, um Wohnraum für Familien, Wachstums- und Gewerbeflächen für Unternehmen sowie den Neubau des BKA umsetzen zu können. Der beste – vielleicht sogar der einzige Weg hierfür – ist die Nutzung des vorhandenen Ostfeldes.“

 

Im vergangenen Herbst hatten Rathausfraktion und Kreisverband der Freien Demokraten gemeinsam beschlossen, auf einer Mitgliederversammlung der Kreispartei über die Positionierung der Liberalen zur geplanten Bebauung des Ostfeldes zu beraten. Durch die Corona-Krise konnte dieser Plan nicht umgesetzt werden. Die Wiesbadener FDP hatte sich daher für eine „digitale Versammlung“ entschieden. Am gestrigen Abend konnten sich alle Parteimitglieder an der Willensbildung der Freien Demokraten beteiligen und mit dem Geschäftsführer der verantwortlichen Stadtentwicklungsgesellschaft SEG, Herrn Roland Stöcklin, über das Projekt diskutieren.

 

Der planungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Alexander Winkelmann, ergänzt: „Für uns sind noch nicht alle Kritikpunkte ausgeräumt. Über Fragen der Gestaltung, der Verkehrsanbindung und des Grundstückserwerbs wird weiter diskutiert werden. Die bisher vorgelegten Planungen stimmen uns jedoch optimistisch, weshalb wir unsere Zustimmung zum nächsten Schritt geben werden.“

 

Winkelmann weiter: „Wir wollen das Ostfeld-Areal als modernes urbanes Quartier entwickeln. Der neue Stadtteil soll Maßstäbe setzen im Zusammenspiel von Baukunst, Nachhaltigkeit und moderner Stadtentwicklung. Dazu haben wir konkrete Vorstellungen entwickelt. So wünschen wir uns für das Stadtquartier eine extensive Mischnutzung aus Wohnen und Arbeiten. Über eine kluge Verkehrsplanung und ausreichende Stellplätze am Rand der Bebauung wollen wir das Innere des Quartiers als verkehrsberuhigten Bereich realisieren. In Zeiten des Klimawandels ist es für uns zudem unerlässlich, dass der Stadtteil bei Energiebilanz und Klimaanpassung zum deutschlandweiten Vorbild wird. Durch den Umzug des BKA würden zudem bisher genutzte Flächen im Stadtgebiet zur Nachnutzung frei.“

 

Auch außerhalb der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme solle die Stadt die Realisierung von Gewerbeflächen vorantreiben, so Vorsitzender Christian Diers: „Die Wiesbadener Unternehmen benötigen dringend kleinteilige Gewerbeflächen. Nachdem der Fokus der Stadtentwicklung in den letzten Jahren auf der Entwicklung großer Gewerbegebiete mit großen Grundstücksparzellen lag, muss die Stadt nun auch den Mittelständlern, die kleinere Flächen benötigen, in den Blick fassen. Auch hier könne man sich die alte FDP-Forderung des #WiesbadenValley gut vorstellen, damit wir auch jungen und innovativen Unternehmen Büro-, Werk- und Laborfläche zu niedrigen Kosten anbieten können. Deswegen muss das sog. Planungsgebiet B2 zügig und unabhängig von der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme realisiert werden“